Eine Veranstaltung der

Die Macht des Boulevard

Wer das gesellschaftliche Gespräch gestalten will, braucht seit jeher eine Allianz aus führenden Medien und Meinungsführern, um Themen zu initiieren und Diskursstrukturen zu beeinflussen. Früher waren hier politisch-kulturelle Kräfte prägend, die zumindest den bundesdeutschen öffentlichen Diskurs maßgeblich beeinflussten.
 
Das hat sich verändert. Die radikale Pluralität der Medien und der Bedeutungsverlust klassischer Meinungsführer führen dazu, dass nur über eine breite Phalanx der Medien und Akteure Einfluss genommen werden kann. Und das geht heute nicht mehr ohne den Boulevard. Das begründet die neue Macht des Boulevard.
 
Der Boulevard expandiert
Traditionell war das gesellschaftliche Gespräch strukturiert durch die Unterscheidung zwischen detaillierten, nach journalistischen Qualitätskriterien erstellten Informationsangeboten und verkürzter Information mit starken Unterhaltungselementen: dem klassischen Boulevardjournalismus.
 
Doch der Boulevard ist expandiert. Er umfasst heute viele Bereiche der Unterhaltungsproduktion, angefangen bei den Daily Talks und Gerichtsshows der späten 90er Jahre über den Boom der Castingshows und die allgegenwärtige Prominenzorientierung in TV-Magazinen, E-Zines und Blogs.
 
Boulevardtheorie – Theorien des Boulevard
Trotz einer gesellschaftlichen Expansion des Boulevard hinkt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Phänomen der Entwicklung hinterher. Ziel des Forschungsprojektes „Boulevardtheorie – Umrisse und Strukturen einer Basisphänomens der zweiten Moderne“ ist daher eine erste Beschreibung für die Art und Weise zu entwickeln, wie sich Boulevard immer weiter in die gesellschaftlichen Prozesse einschreibt.
 
Das Projektseminar „Boulevard – jein danke! Theorien – Tendenzen - Turbulenzen“ will in einem ersten Schritt gemeinsam mit Medienmachern die neue Dominanz des Boulevard aus der Innenansicht diskutieren und Boulevard verorten zwischen Populärkulturtheorie, Unterhaltungsproduktion und Medienökonomie.

Projektleitung
Prof. Dr. Lars Rademacher
Nadine Remus, M.A.
 
Team
Alexandra Baretzky, Liv von Boetticher, Hannah Fessler, Melanie Gämmerler, Katharina Görlitz, Carolin Greiner, Stephanie Günther, Viktoria Kornienko, Lisa Ohneberger, Jasmin Rast, Sabine Sauter, Andreas Köhler

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